Im folgenden berichten die Akteure über die Eindrücke, Diskussionen und Ergebnisse der einzelnen Thementische.
Thementisch „Custom Chatbots ausprobieren“
An diesem Thementisch ging es darum, das Konzept von Custom Chatbots für den Hochschulalltag kennenzulernen und zu diskutieren. Gestartet wurde mit einer kurzen Einführung in die Grundlagen, den Erstellungsprozess sowie der Vorstellung verschiedener externer Systeme (wie ChatGPT, Arcana der GWDG und NotebookLM). An der HWR Berlin gibt es bislang kein eigenes System für die Erstellung und Nutzung von Custom Chatbots. Anschließend konnten verschiedene Beispiel-Bots ausprobiert werden. Studierende interessierten sich insbesondere für NotebookLM am Beispiel eines Bots zu KI-Regelung, Mitarbeitende aus der Verwaltung für den Service-Bot.
Besonders spannend war der anschließende Austausch zu möglichen Anwendungsfällen an der Hochschule. Teilnehmende entwickelten gemeinsam Ideen für Custom Chatbots, die sie in ihrem Studien- und Arbeitsalltag unterstützen könnten. Die Vorschläge wurden anschließend thematisch gebündelt und diskutiert. Die Vorschläge umfassten unter anderem Bots zur Lernunterstützung, zur Prüfungsvorbereitung, zur Unterstützung der Recherche, zur Unterstützung von Fallbeschreibungen in der Rechtspflege, in der Forschung zur Erstellung von Drittmittelanträgen, zur Beratung von Studierenden zum Beispiel für Outgoings oder für die interne Verwaltung zur Optimierung von Abläufen. Es enstanden spannende Diskussionen und ein Austausch untereinander. Hierbei wurde auch Bedarf an einem eigenen Hochschulsystem, um KI-gestützte Chatbots zu erstellen und zu nutzen, deutlich.
Was sind Custom Chatbots?
Thementisch „KI-Komponenten in Bibliotheksinfrastruktur“
Thementisch „Lebenslanges Lernen“
In der ersten Gruppe stand somit die Deklarierung einer offenen Vision zum Lernen in der Zukunft im Vordergrund, wobei das konkrete Ziel in der Formulierung eines Prompts bestand, der eben diese Vision beschreibt und in einen konsequenten Umsetzungsplan weiterentwickelt. In der zweiten Gruppe wurde dann überlegt, wie diese Vision methodisch zu erreichen sei und ob die Zielsetzung weiter konkretisiert werden sollte. Damit konnte die dritte Gruppe das daraus entstandene Konzept weiterentwickeln und kritisch prüfen: in diesem Fall ging es um die Prüfungsformate der Zukunft, die Rolle von KI darin und was dies für den Lernprozess bedeuten könnte. Zum Abschluss versuchte die vierte Gruppe, alle bisherigen Diskussionsverläufe einzufangen und zu verbinden. Dabei wurde klar, dass gerade die Beteiligung von KI in diesem Entwicklungsprozess zwar Vorteile brachte, wenn es um die erste Idee ging. Die Diskussionen zwischen den Studierenden aus verschiedenen Fachbereichen zeigten aber, dass für die klare Priorisierung der Konzepte die menschliche Intelligenz am Tisch benötigt wurde. Generell haben die Arbeit mit den KI-Tools am Tisch und der Erfahrungsaustausch mit den Teilnehmer*innen gezeigt, dass Lernen auch (oder sogar vermehrt) in der Zukunft mit der bewussten Selektierung und Strukturierung von Lehrmaterial zu tun hat, wobei die KI als Sparringpartner und Tutor große Hilfe bieten kann, als Rat- und Ideengeber zum Teil aber weit über das Ziel hinausschießt.
Thementisch „KI sinnvoll nutzen“
Auch die anderen Studierenden nutzen KI nach eigenen Angaben eher zurückhaltend, die Skepsis bezüglich der Fehleranfälligkeit überwiegt bei Studierenden und Lehrenden, als Formatierungs- und Formulierungshilfe wird die Nützlichkeit gesehen. Im Austausch kamen auch lustige Experimente mit den KI-Anwendungen zur Sprache, die helfen können, sich selbst oder sperrige Themen besser kennen zu lernen. Lob gab es z.B. für NotebookLM bei denen trockener Vorlesungsstoff in unterhaltsamen Podcast umgesetzt wird.
Weiter ging es um die Möglichkeiten, Vorlesungen und Übungen durch KI transkribieren zu lassen.
In der nächsten Runde überwog die Nützlichkeit der Anwendung eigene Wissensdefizite innerhalb der Vorlesung aufzufangen. Eine schnelle Bitte an die KI gibt Erklärungen auf der jeweils gewünschten Niveaustufe und gleicht so fehlendes Vorwissen dezent aus.
Auch andere Anwendungen wurden gelobt, insbesondere die Beck-KI die auf juristische Kommentare zugreifen kann und gute Auskünfte mit passenden Verlinkungen gibt.
Gewünscht wurden sich aus dem Kreis der Teilnehmenden, ein niedrigschwelliges Angebot an Schulungen zur effektiven Nutzung verschiedener KI-Anwendungen.
Thementisch „Schreiben mit ChatGPT“
Positiv festzuhalten ist, dass sich Studierende aktiv und progressiv mit den Möglichkeiten auseinandersetzen, die ihnen ChatGPT & Co bieten: sie nutzen sie für ihre individuellen und fachspezifischen Lernprozesse. Sie überarbeiten und korrigieren ihre Texte und Formulierungen und entwickeln dadurch ihren sprachlichen Ausdruck. Ihnen ist klar, dass die Inhalte, die „persönliche Note“ und die passende Adressierung ihre notwendigen Eigenleistungen sind und bleiben. Sie wissen, dass ihnen die Nutzung zum Vermeiden von Lernen nichts nützt, und sind sich bewusst, dass es eine Verführung gibt, Fähigkeiten zu verlernen und Selbstwirksamkeitserfahrungen zu unterminieren. Dieser Text wurde von einem Menschen geschrieben, der für die Inhalte Verantwortung übernimmt und für Fragen ansprechbar ist 🙂
Fazit
Vor allem aber hat uns der Austausch an den Thementischen begeistert. Die Gespräche waren lebhaft, offen und oft länger als die eingeplante Zeit. Besonders gefreut hat uns, dass Studierende, Lehrende und Mitarbeitende miteinander ins Gespräch gekommen sind und unterschiedliche Perspektiven eingebracht haben. Auch die Zusammenarbeit über Abteilungsgrenzen hinweg hat hervorragend funktioniert. Insgesamt nehmen wir viele Anregungen, neue Kontakte und vor allem die Motivation mit, ähnliche Formate auch in Zukunft wieder anzubieten.


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