Die E-Scout-Ausbildung 2026

In einer Zeit, in der Technologie unaufhaltsam voranschreitet und unser tägliches Leben durchdringt, ist es von entscheidender Bedeutung, dass Lehrkräfte in den Fachbereichen der HWR-Berlin entsprechende Unterstützung erhalten. Der bisherige Kurs wurde für die neue Runde umfassend überarbeitet.

Mit der aktuellen Überarbeitung wurde das E-Scout-Qualifizierungsprogramm grundlegend neu strukturiert und inhaltlich gestrafft. Ziel dieser Neugestaltung ist es, die zentralen Kompetenzen rund um digitale Lehre und den Einsatz von E-Learning klarer zu bündeln und zugleich die Teilnahme besser in den Studienalltag integrierbar zu machen.

Wie werden unsere E-Scouts ausgebildet?

Der Kurs konzentriert sich nun stärker auf wesentliche Inhalte, reduziert Redundanzen und schafft durch eine klarere Struktur mehr Orientierung für die Teilnehmenden. Gleichzeitig bleibt der praxisnahe Ansatz erhalten:  Die Teilnehmenden erwerben grundlegende technische, mediendidaktische, rechtliche und kommunikative Fähigkeiten, um digitale Lehrangebote zu begleiten, weiterzuentwickeln und beratend zu unterstützen. Der Kurs dient sowohl der Qualifizierung als auch als begleitendes Nachschlagewerk für die Tätigkeit als E-Scout.

Die folgende Übersicht gibt einen Einblick in Aufbau, Inhalte und Ablauf des überarbeiteten Programms.

Kursaufbau

 Welche Module werden im E-Scout-Kurs absolviert?

1. Lernplattform Moodle

Im ersten Modul steht die Lernplattform Moodle im Mittelpunkt. Die Teilnehmenden lernen, sich sicher sowohl aus Studierenden- als auch aus Lehrendensicht in der Plattform zu bewegen und erwerben die Fähigkeit, Kurse eigenständig zu strukturieren und zu betreuen. Dabei werden zentrale Funktionen wie die Bereitstellung von Materialien, die Organisation von Kommunikation und Kooperation sowie der Einsatz von Gruppenfunktionen praxisnah vermittelt.

Darüber hinaus erhalten die Teilnehmenden einen Einblick in die Gestaltung interaktiver Inhalte, etwa mit H5P, sowie in unterschiedliche Formen des digitalen Prüfens und Bewertens. Auch die Entwicklung sinnvoller Lernpfade wird thematisiert, sodass sie in der Lage sind, Lernprozesse strukturiert zu planen und digitale Lehrangebote didaktisch fundiert umzusetzen.

2. Online-Lehre

Im zweiten Modul zur Online-Lehre erwerben die Teilnehmenden grundlegendes Wissen zu digitalen Konzepten und Methoden und wenden dieses gezielt in der Lehre an. Im Fokus stehen die Anreicherung, Integration und Visualisierung von Inhalten sowie zentrale Begriffe und Modelle zur Gestaltung digitaler Lernprozesse. Auch die strukturierte Kursplanung und die didaktische Gestaltung von Aufgabenformaten, etwa in Form von E-tivities, werden praxisnah vermittelt.

Zudem werden synchrone und asynchrone Lehrformate behandelt. Die Teilnehmenden lernen, Online-Sitzungen mit Tools wie BigBlueButton sinnvoll zu gestalten und Materialien wie Videos, Podcasts oder OER didaktisch einzusetzen. Kollaborative Formate wie Foren und Wikis ergänzen dies und fördern den Austausch in der digitalen Lehre.

3. Inklusive und hybride Lehre

Im dritten Modul stehen inklusive und hybride Lehrformate im Fokus. Die Teilnehmenden lernen, Blended Learning als didaktisch geplante Abfolge von Präsenz- und Onlinephasen von hybrider Lehre zu unterscheiden, bei der Lernende gleichzeitig vor Ort und online teilnehmen. Darauf aufbauend wählen sie passende Formate für unterschiedliche Lehrsituationen aus und verbinden synchrone und asynchrone Elemente sinnvoll miteinander.

Ein Schwerpunkt liegt auf der digitalen Barrierefreiheit: Behandelt werden grundlegende Begriffe, rechtliche Rahmenbedingungen sowie die barrierearme Gestaltung von Materialien und Lernumgebungen – auch in Systemen wie Moodle. Ergänzend wird Gamification als weiteres Thema aufgegriffen, um Motivation und Aktivierung in digitalen Lehrsettings gezielt zu unterstützen.

4. Rechtliche Grundlagen

Im vierten Modul erwerben die Teilnehmenden grundlegende rechtliche Kenntnisse für die digitale Lehre. Im Mittelpunkt stehen der Datenschutz sowie das Urheberrecht und deren praktische Bedeutung im Hochschulkontext. Die Teilnehmenden erhalten einen Überblick über zentrale Begriffe und Regelungen, insbesondere im Rahmen der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), und lernen, wie mit personenbezogenen Daten von Studierenden verantwortungsvoll umzugehen ist.

Darüber hinaus werden zentrale Aspekte des Urheberrechts behandelt, etwa die Nutzung von Materialien in der Lehre, gesetzliche Schrankenregelungen und offene Lizenzmodelle wie Creative Commons. Ziel ist es, rechtliche Rahmenbedingungen sicher einordnen und digitale Lehrangebote entsprechend rechtssicher gestalten zu können.

5. Rechtliche Grundlagen

Im fünften Modul stehen Kommunikation und Beratung im Mittelpunkt. Die Teilnehmenden lernen, mit Lehrenden professionell zu kommunizieren und Beratungssituationen strukturiert und adressatengerecht zu gestalten. Dazu werden grundlegende Kommunikationsmodelle vermittelt und auf typische Kontexte im Hochschulalltag angewendet, etwa in der E-Mail-Kommunikation oder in persönlichen Beratungsgesprächen.

Ergänzend werden zentrale Kompetenzen der Gesprächsführung vertieft, darunter professionelles Sprechen, aktives Zuhören und der Aufbau eines klar strukturierten Beratungsprozesses. Ziel ist es, Lehrende sicher, verständlich und lösungsorientiert bei Fragen zur digitalen Lehre unterstützen zu können.

6. Künstliche Intelligenz

Im sechsten Modul steht der Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Hochschulkontext im Mittelpunkt. Die Teilnehmenden lernen grundlegende Funktionsweisen und Anwendungsfelder generativer KI kennen und setzen sich damit auseinander, wie diese Technologien sinnvoll im Lehr- und Lernalltag eingesetzt werden können. Dabei werden sowohl Potenziale als auch Herausforderungen beleuchtet, etwa im Hinblick auf Qualität, Transparenz und verantwortungsvolle Nutzung.

Darüber hinaus werden Fragen der Wahrnehmung und Bewertung von KI aufgegriffen, einschließlich verbreiteter Mythen, Akzeptanz und aktueller Debatten. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf ethischen Aspekten sowie auf einem reflektierten und sicheren Umgang mit KI-Anwendungen, um deren Einsatz in der Hochschullehre fundiert einordnen und begleiten zu können.

Was passiert nach dem E-Scout-Kurs?

Nach erfolgreichem Abschluss sind die Teilnehmenden als E-Scouts qualifiziert und erhalten eine entsprechende Teilnahmebestätigung. Sie verfügen über die notwendigen Kompetenzen, um Lehrende sicher und kompetent bei der Planung, Umsetzung und Weiterentwicklung digitaler Lehrformate zu unterstützen.

Das E-Scout-Qualifizierungsprogramm wird kontinuierlich weiterentwickelt und an neue didaktische, technische und rechtliche Anforderungen angepasst. Perspektivisch bietet der Kurs damit nicht nur eine Grundlage für die Tätigkeit als E-Scout, sondern könnte darüber hinaus als flexibles Qualifizierungsangebot für digitale Kompetenzen in Studium und Lehre weiter genutzt und ausgebaut werden.